Eine unstillbare Begierde – Choreograf Malcolm Sutherland zu «Geiz»

Geiz – Habgier – Habsucht ist der Unwille, etwas zu teilen, eine zwanghafte Sparsamkeit, ob es sich um Geld oder Dinge handelt, ganz unabhängig davon, ob man in Armut oder Überfluss lebt. Malcolm Sutherland bewarb sich für Sieben mit einem Konzept zu dieser Sünde und zeigt in seiner Arbeit die ausweglose Spirale, in die man sich durch das Horten von materialistischen Werten begibt.

Malcolm Sutherland

WER BIN ICH ?

Ein Choreograf und Tänzer aus Schottland, aber seit 2008 bin ich in Deutschland tätig.

EINEN STIL, DER MICH FASZINIERT UND DEN ICH PRÄSENTIEREN MÖCHTE:

Mein choreografischer Stil ist eine Kombination aus Körperlichkeit, Energie und Dynamik. Ich versuche, für jedes meiner neuen Stücke eine neue Bewegungssprache zu entwerfen – auf der Recherche und den Ideen in meinem Kopf basierend. Es gibt eine zunehmende Tendenz zur Theatralität in meiner Arbeit und ich versuche, eine Balance zwischen den beiden Welten beizubehalten und der Bewegung und Aesthetik des Tanzes treu zu bleiben.

CHOREOGRAFEN, DIE ICH BEWUNDERE:

Crystal Pite, Gabriela Carrizo, Bryan Arias

WARUM ICH DIESE SÜNDE GEWÄHLT HABE, UM MICH ZU BEWERBEN:

Geiz ist so ein relevantes Thema in unserer modernen Welt, unserer kapitalistischen Gesellschaft – es existiert überall um uns. «Geiz ist geil» ist ein berühmtes Zitat des Charakters Gordon Gekko aus dem Film Wall Street. Ich mag zwar diesem Prinzip nicht zustimmen, aber weil unsere Gesellschaft auf die Wirtschaft aufbaut, ist es deutlich, dass die Probleme unseres Geizes im Fundament des modernen Menschen liegen.

DER HAUPTFOKUS MEINER ARBEIT IN BEZUG AUF MEINE SÜNDE …

Es geht um etwas fortwährendes, das immer in Bewegung ist, eine Begierde, die nie zufrieden ist. Es war sehr interessant, diese Ideen mit den Tänzern in Bewegung umzusetzen. Ich habe verschiedene Quellen als Inspiration herangezogen, die von buddhistischer Mythologie zu dem Film Scarface reichen.

DIE SIEBEN TODSÜNDEN SIND FÜR MICH:

Es ist spannend, ein so antikes und dennoch so relevantes Konzept zu erforschen. In meiner Arbeit über Geiz habe ich versucht, zwei Aspekte zu verbinden: Dass der Geiz etwas ist, dass es schon seit Jahrhunderten gibt, aber dass wir ihm bis heute nicht entfliehen können.

MIT DER TANZKOMPANIE ST.GALLEN ZU ARBEITEN WAR …

… ein Vergnügen! Es war das erste Mal, dass ich eingeladen wurde, mit einer Tanzkompanie zu arbeiten und vom ersten Tag an wurde ich sehr herzlich aufgenommen. Ich glaube, dieses angenehme Arbeitsumfeld wird sich auch in dem Stück wiederspiegeln!

WORAUF ICH MICH FREUE:

Ich bin gespannt zu sehen, wie all diese verschiedenen Ideen und Stile von sieben verschiedenen Choreografen in einen Tanzabend zusammen passen werden.

WAS ICH NOCH SAGEN WOLLTE:

Ich finde die Idee des Projekts Sieben wunderbar und sehr erfrischend, dass die Kompanie sich entschieden hat, etwas so besonderes zu machen!

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