Ein Liebesbrief an verpasste Momente – Choreograf Joseph Hernandez zu «Trägheit»

Trägheit – Faulheit – Ignoranz bezeichnet den Müssiggang, einen Mangel an Aktivität, das Untätigsein. Choreograf Joseph Hernandez beschäftigte sich zusammen mit Ian Whalen mit dieser Sünde und das Duo kreierte ein Konzept, das sich auf jene Dinge konzentriert, gegen deren Ausführung man sich bewusst entschlossen hat.

Photo by Ian Whalen (joseph hernandez)

WER BIN ICH ?

Mein Name ist Joseph Hernandez und ich bin ein Choreograf und Tänzer, gerade in Dresden zu Hause.

EIN STIL DEN ICH ZEIGEN MÖCHTE/CHOREOGRAFEN, DIE ICH BEWUNDERE:

Meine Arbeit ist, wie die jedes Choreografen, eine Verschmelzung all der Informationen, die ich als Tänzer aufgenommen habe und all der Kunst, die ich gesehen habe und die mich berührt hat. Als ich aufwuchs, habe ich viele Broadway-Shows und Opern besucht, welche die Aufführungssituation, die ich heute für Tänzer schaffe, stark beeinflusst haben. Ich ermögliche den Menschen gerne zu zeigen, was sich in den dunklen Ecken ihrer Gedanken versteckt. Darsteller zu sehen, die aus der Norm der Erwartungen in etwas Reines und Persönliches treten, ist eine aufregende Sache. Ich glaube, es ist meine Aufgabe als Choreograf und Regisseur, den Darstellern so wenig wie möglich im Weg zu stehen.

Der HAUPTFOKUS MEINER ARBEIT IN BEZUG AUF MEINE SÜNDE …

Mein Hauptfokus bei dieser Arbeit war, eine Situation zu kreieren, die eine Abstraktion der Sünde zulässt anstatt eine direkte theatrale Repräsentation des Konzepts zu erarbeiten. Mit diesem Stück erforschen wir Faulheit, aber wir versuchen, dabei so menschlich wie möglich zu bleiben. Das Werk ist als Konversation zwischen drei Ebenen gestaltet – zwischen der Musik (John Cage), dem Tanz und der Sprache. Cages Werk 44 Harmonies for Apartment house 1776 erlaubt Raum für Stille und lässt den Zuhörer auf den natürlichen Klang des Raumes hören. Das Stück ist eine Art Liebesbrief an die Momente, die wir verpasst haben, weil wir bewusst nicht an ihnen teilgenommen haben.

MIT DER TANZKOMPANIE ST.GALLEN ZU ARBEITEN WAR …

… ein befreiendes Erlebnis. Hier, in der Arbeit mit Ian Whalen, war es mir möglich, ein Stück zu erarbeiten, das diese besondere Gruppe von Interpreten in der Kompanie wiederspiegelt und das von ihrer Neugierde und ihrem Tatendrang genährt wurde. Die Tänzer haben die vielen Ideen und Konzepte, die wir ihnen vorgestellt haben, mit Selbstbewusstsein angenommen.

WAS ICH NOCH SAGEN WOLLTE:

Das Besondere an dieser Arbeit war die erstmalige Zusammenarbeit mit meinem langjährigen guten Freund Ian Whalen. Er hat viele Jahre lang für mich fotografiert, aber wir haben bisher noch nicht choreografisch zusammengearbeitet. Es war ein Vergnügen, einen neuen Input zu haben und meine Arbeiten mit frischen Augen zu betrachten und etwas mit einem anderen Künstler zu erarbeiten. Ich glaube fest daran, dass Zusammenarbeiten die Künstler zur Rechenschaft über ihre Arbeit zieht und ich bin sehr dankbar, in so einer anregenden Umgebung eine solche Zusammenarbeit erleben zu dürfen!

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