Ein Festmahl für das Publikum – Choreograf Pablo Sansalvador über «Fresssucht»

Fresssucht – Völlerei – Masslosigkeit ist die Sünde, die sich auf den übermässigen Genuss von Essen und Trinken bezieht, aber auch im weiteren Sinne einen ausschweifenden und masslosen Lebensstil bezeichnet. Pablo Sansalvador lässt in seiner Choreografie zur Fresssucht das Laster gegen die Kardinaltugenden antreten.

Pablo Sansalvador

WER BIN ICH ?

Ich bin jemand, der schon mal so viel gegessen hat, dass es wehtat – einmal musste ich mich sogar übergeben, weil ich so viel gegessen hatte!

EIN STIL, DEN ICH ZEIGEN WILL:

Ich möchte mein persönliches Material mitbringen und zugleich den Tänzern ermöglichen, einen Raum zu schaffen, in dem man Gedanken, Erlebnisse und Kreativität teilen kann. Ich stelle mir vor, dass wir so zusammen ein Festmahl kochen und es dann  mit dem Publikum teilen.

CHOREOGRAFEN, DIE ICH BEWUNDERE:

Es gibt so viele Choreografen, die mich inspirieren: Ivan Perez, Mats Ek, Stefan Thoss, Crystal Pit, Sidi Larbi Cherkaoui, Akram Kahn, Alexander Ekman, Hofesh Shechter und all jene, mit denen ich über die Jahre hinweg gearbeitet habe, denn sie haben mich alle beeinflusst.

WARUM ICH DIESE SÜNDE GEWÄHLT HABE, UM MICH ZU BEWERBEN:

Weil sie ein Teil von mir ist. Ich liebe es, mich gehen zu lassen, wenn ich am Tisch sitze, und ich liebe es, Freunde zum Abendessen einzuladen. Als ich meinen Freunden erzählte, dass ich ein Stück vorbereite, bei dem es um Fresssucht geht, haben sie gelacht und gemeint, das sei perfekt für mich!

Ich finde es faszinierend, wie relevant Fresssucht in der heutigen Gesellschaft ist. Die meisten Menschen in der Welt haben viel mehr Lebensmittel, als sie konsumieren können, so viel, dass jeden Tag Tonnen entsorgt werden. Bis zu 40% der Weltbevölkerung sind übergewichtig oder fett, und dennoch leidet einer von neun Menschen in der Welt Hunger. Wir haben ein ernsthaftes Problem. Menschen verhungern, und dennoch wird die Welt immer fetter, und niemand weiss, wie man es aufhalten kann.

MEIN HAUPTFOKUS MEINER ARBEIT IN BEZUG AUF MEINE SÜNDE:

Ein emotionales Narrativ zu schaffen, in dem die personifizierte Fresssucht ihr Laster auf Kosten ihrer Dinnergäste und ihrer selbst auslebt.

DIE SIEBEN TODSÜNDEN SIND FÜR MICH:

Zeitlos und relevanter als je zuvor.

WORAUF ICH MICH FREUE:

Ich freue mich darauf, bei der Premiere alle Sünden an einem Abend zu sehen. Wie aufregend das wird!

WAS ICH NOCH SAGEN WOLLTE:

Eine Choreografie zu erarbeiten ist wie eine Beziehung. Es erfordert Vertrauen und Zärtlichkeit zwischen den Tänzern und dem Choreografen. Ich würde diese Möglichkeit gerne nutzen und mich bei ihnen für ihre Zusammenarbeit und ihre Mühe bedanken!

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